über Debian GNU Linux

Veröffentlicht: Mai 22, 2015 in Debian

debian

Debian GNU Linux

Debian (englische Aussprache [ˈdɛbi̯ən]) ist eine Linux-Distribution, welche durch Ian Murdock am 16. August 1993 ins Leben gerufen wurde (damit ist Debian die 2 älteste noch existierende LinuxDistribution). Debian ist eine der wenigen Distributionen, die sich selbst GNU/Linux nennen. Sie folgt somit der Auffassung der Free Software Foundation dass das Linux-OS eine Variante des GNU-Systems ist.

Der Name der Distribution leitet sich von dem Vornamen des Debian-Gründers Ian Murdock und seiner Ex-Frau Debra ab.

Bekannt ist Debian besonders für seine Paketverwaltung dpkg und dessen Frontend apt.

Aktuell gibt es für Debian GNU Linux über 37500 Programmpakete.

Debian Gesellschaftsvertrag

Der Debian Social Contract ist eine vom Projekt beschlossene öffentliche Richtlinie, welche die Grundlagen regelt wie Debian hergestellt, verteilt und betreut wird. Ein besonders bedeutender, auch über das Debian-Projekt hinaus genutzter Teil sind die Richtlinien für Freie Software. Die im Vertrag festgelegten Richtlinien werden vom Projekt sehr Ernst genommen, was auch zum bekannten Namensstreit zwischen Debian und Mozilla führte.

Release

Von Debian GNU Linux werden immer 4 Varianten (Release) gleichzeitig angeboten:

  • oldstable

oldstable ist der Vorgänger der jeweils aktuellen stable. Debian empfiehlt zwar, mit der jeweils aktuellen stable zu arbeiten, unterstützt oldstable aber noch mindestens ein weiteres Jahr mit Sicherheitsupdates

  • stable

stable ist die jeweils aktuelle & offizielle Version von Debian. Die Pakete sind gründlich getestet und aufeinander abgestimmt, weiterhin sind Sicherheitsupdates schnell erhältlich. Daher eignet sich diese Version besonders für den Einsatz auf Servern.

Seit dem Jahr 2000 bringt das Projekt ca. alle 2 Jahre ein neues Stable-Release raus. Danach wird die stable zu oldstable.

  • testing

testing ist der Kandidat für die nächste stable. Beim Release eines neuen stable, sind stable und testing kurzzeitig identisch. Während sich stable abgesehen von Sicherheitsupdates nicht mehr ändert (naja fast: am 26 Juli 08 gab es mit Debian Etch 4.0r4 eine Ausnahme, hier gab es auch neue Treiber), werden in testing weiterhin Updates und neue Pakete eingebunden. Dabei bleibt das System aber weiter voll funktionsfähig. testing empfiehlt sich besonders für Desktop-Rechner wo man mehr Wert auf Unterstützung aktueller Hardware und neueste Software legt.

  • unstable

Hier werde neue Versionen von Programmen als erstes getestet und auf Fehler überprüft. Wurden innerhalb der Testzeit (meist 10 Tage) keine RC-Bugs (release critical Bugs) gefunden und sprechen keine anderen Gründe (wie das zurückhalten einzelner Pakete durch das Release-Team oder nicht erfüllte Abhängigkeiten) dagegen, wird das Paket in testing aufgenommen. unstable ist weniger für den produktiven Einsatz gedacht als eher für das testen. Wer unstable trotzdem einsetzt, muss mit dem einem oder anderen Bug rechnen.

  • experimental

experimental ist eigentlich kein richtiges Release (es ist nur eine Sammlung von Paketen die gerade der besonderen Untersuchung bedürfen), es wird gelegentlich als Vorstufe zu unstable genutzt. Hier werden Änderungen getestet, welche umfangreiche Auswirkungen auf das komplette System haben. In experimental wurde z.B. der Wechsel von XFree86 zu X.org getestet.

Debian & ToyStory

(aka Versionshistory)

Jede Debian-Version hat einen Codenamen die auf einem Charakter aus ToyStory beruht. Aktuell ist:

  • Wheezy (7.0) oldstable
  • Jessie (8.0) stable
  • Stretch (9.0) testing
  • unstable wird immer Sid genannt, viele sehen  sid auch als „still in development“ oder „sid is dangerous“

Urheber dieser Namensgebung ist Bruce Perens der damals (1996 bei der Einführung der 1. Debian-Version (Buzz 1.1)) die Projektleitung von Ian Murdock übernommen hatte, und er arbeitete bei Pixar die diesen Film produziert haben.

Auch wenn die Grafik nicht mehr dem neuesten Stand entspricht zeigt sie sehr gut die Vergangenheit von Debian, sowie einige Grundlagen.

Debian Infografik

Debian Pure Blends

Debian Pure Blends (oder kurz Blends) ist eine interne Anpassung von Debian GNU Linux für ein spezielles Anwendungsgebiet. Die Unterteilung in diese Substruktur ermöglicht einen einfachen Zugriff auf alle relvanten Pakete innerhalb des ansonsten unstrukturierten Paketpools. Weiterhin steht hinter einer Blend auch immer ein für das jeweilige Gebiet kompetentes Entwicklerteam, welches an Ansprechpartner dient und sich mit der Paketierung der facheigenen Software kümmert.

bekannte Blends sind:

  • Debian Edu (ehemals Skolinux)
  • Debian Multimedia (DeMuDi)
  • Debian Science

Eine Übersicht der Blends findet man hier.

Debian Derivate

Die grosse Auswahl an Paketen, das stabile System sowie die Paketverwaltung machen Debian attraktiv dafür weitere Distributionen davon zu erstellen (siehe auch GNU Linux – Timeline der Distributionen). Daher gibt es ein grosse Anzahl an Distributionen die ausschliesslich bzw. hauptsächlich Pakete aus Debian verwenden

Die bekanntesten Vertreter dürften wohl die folgenden Distris sein:

  • Knoppix (erste LiveCD-Distribution, löste 2004 einen Boom der LiveCDs aus)
  • Ubuntu (Einsteigerfreundlich, von Ubuntu selbst gibt es ebenfalls eine Vielzahl an Derivaten)
  • Damn Small Linux (sehr kleine Live-CD Distribution 50MB, welche auch auf alter Hardware gut verwendbar ist)
  • Aptosid (ehemals Sidux – basiert auf unstable und bietet z.B. auch KDE Plasma Workspaces)
  • Skolinux (Version speziell fuer Schulen, wurde schliesslich als Debian Pure Blend in Debian integriert)
Systemkerne des Debian-Projektes

Debain unterstützt neben der Linux-Distribution Debian GNU Linux mit dem LinuxKernel noch weitere Systemkerne. Mit der Veröffentlichung von Squeeze, gab es 2011 auch die erste Veröffentlichung von Debian GNU/kFreeBSD, auf Basis des FreeBSD-Kernels (vorerst nur auf der x86-Architektur 32 & 64-Bit verfügbar). Die Namensgebung GNU/kFreeBSD soll betonen das es sich dabei nur um der Kern von FreeBSD handelt, wobei die Systemwerkzeuge weiterhin dem GNU-System entsprechen und nicht dem von FreeBSD.

Ähnliche Bestrebungen gab es auch für den Kern von NetBSD (Debian GNU/NetBSD), wobei diese Portierung seit längeren verlassen ist (es gab seit Oktober 2002 keine Aktualisierungen mehr).

Links
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